Mit dem EU AI Act werden aus KI-Initiativen konkrete regulatorische Anforderungen. Unternehmen müssen Technologien wie Microsoft Copilot oder KI-Agenten nicht nur technisch einführen, sondern auch rechtlich bewerten und dokumentieren.

Auf einen Blick: Eine erfolgreiche KI-Strategie braucht klare Governance-Strukturen, nachvollziehbare Risikobewertungen und belastbare Compliance-Nachweise – nur so verbinden sich Innovation, Rechtssicherheit und Geschäftsnutzen.

Aktuelle Fristen im Überblick

Der EU AI Act gilt seit 1. August 2024 – die Pflichten greifen aber gestaffelt nach Systemtyp und Risikoklasse:

  • Seit 2. Februar 2025: Verbotene Praktiken (Art. 5) sowie die KI-Kompetenzpflicht (Art. 4) – Unternehmen müssen sicherstellen, dass Mitarbeitende Funktionsweise, Grenzen und Risiken der genutzten KI verstehen. Das betrifft praktisch jedes Unternehmen, das Copilot oder ähnliche Tools einsetzt.
  • Seit 2. August 2025: Pflichten für General-Purpose-AI-Modelle (GPAI) – relevant für die Basis-Modelle hinter Copilot und vergleichbaren KI-Diensten.
  • Ab 2. August 2026: vollständige Anwendung inkl. Transparenzpflichten (Art. 50), z. B. Kennzeichnungspflichten für Chatbots und generative KI.
  • Hochrisiko-Systeme (Anhang III): ursprünglich ab August 2026 vorgesehen, nach aktuellem Stand über den „Digital Omnibus“ auf den 2. Dezember 2027 verschoben. Da dieser Bereich derzeit in Bewegung ist, empfehlen wir, den Stand vor einer Veröffentlichung noch einmal zu prüfen.

Die vier Risikoklassen des EU AI Act: Unacceptable Risk (verboten, z. B. Social Scoring), High Risk (strenge Pflichten, z. B. KI in Personalauswahl oder Kreditvergabe), Limited Risk (Transparenzpflichten, z. B. Chatbots), Minimal Risk (keine zusätzlichen Pflichten, z. B. Spamfilter).

Warum der EU AI Act für Unternehmen relevant ist

Viele Organisationen entwickeln bereits erste KI-Anwendungsfälle oder planen den produktiven Einsatz von Copilot und Agentic AI. Gleichzeitig bestehen häufig Unsicherheiten, welche regulatorischen Anforderungen erfüllt werden müssen. Typische Herausforderungen:

  • Unklare Einordnung von KI-Anwendungen in die Risikoklassen des EU AI Act
  • Fehlende Transparenz über Pflichten und Dokumentationsanforderungen
  • Unsicherheit hinsichtlich Haftung und Verantwortlichkeiten
  • Unterschiedliche Erwartungen von Management,
  • Datenschutz, Betriebsrat und Compliance
  • Viele Ideen, aber keine strukturierte Priorisierung der Anwendungsfälle

Die Folge: verzögerte Projekte, Unsicherheit bei Entscheidungen und fehlende Grundlagen für einen skalierbaren KI-Rollout.

Dein Weg zur KI-Compliance

Compliance-Kickoff

Analyse der relevanten EU-AI-Act-Anforderungen und weiterer regulatorischer Vorgaben: Welche KI-Systeme werden eingesetzt? Welche Pflichten ergeben sich daraus? Welche Rollen und Nachweise sind erforderlich? Ergebnis: gemeinsames Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen.

Identifikation und Bewertung von Potenzialen

systematische Erfassung möglicher Use Cases (Produktivitätssteigerung, Prozessautomatisierung, Wissensmanagement, Kundenservice, KI-Agenten und autonome Prozesse) zu einer priorisierten Übersicht.

Risikoklassifizierung und Compliance-Bewertung

Bewertung jedes Use Cases aus Sicht von Fachbereich/Business-Nutzen, Compliance/Datenschutz, Governance/Risiko sowie Betriebsrat/Organisation. Ergebnis: nachvollziehbare Risikoklassifizierung und abgeleitete Maßnahmen.

KI-Strategie und Rollout-Roadmap

strukturierter Einführungsplan mit priorisierten Anwendungsfällen, Governance-/Compliance-Maßnahmen, Rollen, technischen/organisatorischen Voraussetzungen und Roadmap für Pilotierung und Rollout.

Mehrwerte für dein Unternehmen

Rechtssicherheit von Beginn an

Nachvollziehbare Risikoklassifizierung aller KI-Anwendungen

Klare Entscheidungsgrundlagen für Management und Fachbereiche

Höhere Akzeptanz bei Datenschutz, Compliance und Betriebsrat

Priorisierte und wirtschaftlich sinnvolle Use Cases

Dokumentierte Nachweise für Audits und Prüfungen

Gleichzeitig werden Innovationspotenziale identifiziert, ohne regulatorische Risiken aus dem Blick zu verlieren.

Häufige Fragen zum EU AI Act

Ist Microsoft Copilot ein Hochrisiko-KI-System nach dem EU AI Act?

Copilot selbst fällt in aller Regel nicht automatisch unter Anhang III (Hochrisiko), da es kein eigenständiges KI-System für die dort gelisteten sensiblen Bereiche ist. Wird Copilot jedoch für Hochrisiko-Anwendungsfälle eingesetzt (z. B. Bewerberauswahl), können die strengeren Pflichten greifen – eine Einzelfallprüfung ist notwendig.

Was ist die KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4?

Seit 2. Februar 2025 müssen Unternehmen sicherstellen, dass Mitarbeitende, die KI-Systeme nutzen, deren Funktionsweise, Grenzen und Risiken ausreichend verstehen – inklusive dokumentiertem Nachweis der Schulung. Das betrifft z. B. auch Marketing-, HR- oder Vertriebsteams, die Copilot einsetzen.

Welche Fristen gelten aktuell?

Verbote und KI-Kompetenzpflicht seit Februar 2025, GPAI-Pflichten seit August 2025, vollständige Anwendung inkl. Transparenzpflichten ab August 2026. Die Hochrisiko-Pflichten wurden nach aktuellem Stand auf Dezember 2027 verschoben – dieser Bereich ist derzeit in Bewegung.

Dein nächster Schritt mit Communardo Smart Work

Gemeinsam klären wir deine Ausgangslage, priorisieren relevante Risiken und Potenziale und leiten daraus einen passenden Einstieg in KI-Compliance, Governance und skalierbare KI-Nutzung ab.

Mögliche Einstiegspunkte mit Communardo Smart Work:

AI Governance & Compliance Check

Kompakte Standortbestimmung zu EU AI Act, Datenschutz, Betriebsrat, Verantwortlichkeiten und Dokumentationspflichten.

Tenant- und Data-Readiness Check

Bewertung technischer und organisatorischer Voraussetzungen in Microsoft 365, insbesondere für Copilot, Datenzugriffe, Berechtigungen und Governance-Leitplanken.

AI Use Case & Business Value Workshop

Gemeinsame Identifikation, Bewertung und Priorisierung relevanter KI-Anwendungsfälle nach Nutzen, Machbarkeit, Risiko und Geschäftswert.

M365 Copilot Pilot & Rollout Enablement

strukturierte Begleitung von Pilotierung, rollenbasiertem Enablement, KPI-Tracking, Feedback-Auswertung und Management-Entscheidungsvorlage.

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Jan Sturm

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