Laptop auf Glasschreibtisch mit Chat-Interface neben grüner Pflanze in Keramiktopf, modernes Büro in Silber- und Blautönen.

Microsoft hat Power Virtual Agents vollständig in Copilot Studio überführt und damit nicht einfach umbenannt, sondern die Plattform grundlegend erweitert. Copilot Studio ist der offizielle Nachfolger von Power Virtual Agents und vereint klassische Chatbot-Funktionen mit modernen KI-Agenten-Fähigkeiten unter einem Dach. Die folgenden Abschnitte klären die wichtigsten Fragen rund um Migration, neue Funktionen und Lizenzierung.

Was hat Microsoft mit Power Virtual Agents gemacht?

Microsoft hat Power Virtual Agents zum 1. Dezember 2023 offiziell in Microsoft Copilot Studio umbenannt und dabei die Plattform inhaltlich erheblich ausgebaut. Power Virtual Agents existiert als eigenständiges Produkt nicht mehr. Alle bisherigen Funktionen sind in Copilot Studio aufgegangen, ergänzt durch neue generative KI-Funktionen und tiefere Integration in das Microsoft-Ökosystem.

Der Schritt war keine reine Marketingentscheidung. Microsoft hat die Plattform strategisch neu ausgerichtet: Während Power Virtual Agents primär für regelbasierte Chatbots konzipiert war, positioniert sich Copilot Studio als vollständige Entwicklungsumgebung für KI-gestützte Agenten. Das bedeutet, du kannst dort sowohl klassische, dialoggesteuerte Bots als auch intelligente Copilot-Erweiterungen bauen, die auf Large Language Models (LLMs) basieren.

Für bestehende Nutzende ist wichtig zu wissen: Alle bereits erstellten Power Virtual Agents-Bots laufen weiterhin und sind in Copilot Studio zugänglich. Es gibt keinen erzwungenen sofortigen Migrationsbedarf, aber Microsoft entwickelt die Plattform ausschließlich unter dem Copilot-Studio-Label weiter.

Welche Funktionen aus Power Virtual Agents sind in Copilot Studio enthalten?

Sämtliche Kernfunktionen aus Power Virtual Agents sind in Copilot Studio enthalten und bleiben vollständig erhalten. Dazu gehören der grafische Dialogeditor, Topics und Trigger-Phrasen, die Integration mit Power Automate für Workflows sowie die Verbindung zu externen Datenquellen über Konnektoren.

Im Einzelnen findest du in Copilot Studio folgende vertraute Bausteine:

  • Topics: Gesprächsthemen mit Trigger-Phrasen und Dialogverzweigungen, genauso strukturiert wie in Power Virtual Agents
  • Entitäten und Variablen: Extraktion und Speicherung von Nutzerinformationen während eines Gesprächs
  • Power-Automate-Integration: Auslösen von Flows direkt aus dem Bot-Gespräch heraus
  • Kanalverbindungen: Veröffentlichung auf Microsoft Teams, Webseiten, Facebook Messenger und weiteren Kanälen
  • Analysen und Dashboards: Auswertung von Gesprächsverläufen, Eskalationsraten und Nutzungsmetriken

Wer also bisher mit Power Virtual Agents gearbeitet hat, findet sich in der Oberfläche von Copilot Studio schnell zurecht. Die Lernkurve für den Umstieg ist gering, der Funktionsumfang jedoch deutlich größer.

Was kann Copilot Studio, was Power Virtual Agents nicht konnte?

Copilot Studio geht weit über Power Virtual Agents hinaus, weil es generative KI direkt in die Bot-Logik integriert. Das bedeutet: Antworten müssen nicht mehr für jeden möglichen Gesprächsverlauf manuell vordefiniert werden. Stattdessen kann der Agent Inhalte aus Wissensdatenbanken dynamisch abrufen und in natürlicher Sprache formulieren.

Generative Antworten aus eigenen Wissensquellen

Copilot Studio erlaubt es, Agenten mit spezifischen Wissensquellen zu verknüpfen, etwa SharePoint-Seiten, öffentlichen Webseiten, hochgeladenen Dokumenten oder Dataverse-Daten. Der Agent durchsucht diese Quellen eigenständig und generiert kontextgerechte Antworten, ohne dass jedes Szenario in einem Topic abgebildet sein muss. Das reduziert den Pflegeaufwand erheblich.

Erstellung von Copilot-Erweiterungen und Declarative Agents

Mit Copilot Studio lassen sich auch sogenannte Declarative Agents erstellen. Das sind spezialisierte Erweiterungen von Microsoft Copilot, die mit definierten Wissensquellen, Fähigkeiten und Verhaltensregeln ausgestattet werden. Sie fokussieren sich auf ein bestimmtes Thema und liefern dort maßgeschneiderte Unterstützung, ohne dass Programmierkenntnisse erforderlich sind. Mehr zu diesem Konzept findest du in der Übersicht zu Copilot Agents.

Weitere Neuerungen gegenüber Power Virtual Agents umfassen:

  • Integration mit Microsoft Copilot für Microsoft 365 als Erweiterungspunkt
  • Autonome Agenten-Funktionen, die mehrstufige Aufgaben selbstständig ausführen können
  • Verbesserte Authentifizierungsoptionen und Sicherheitskontrollen
  • Direkter Zugang zum Copilot Studio Agent Builder über Microsoft Teams und den Browser

Müssen bestehende Power Virtual Agents migriert werden?

Bestehende Power Virtual Agents-Bots müssen nicht sofort migriert werden. Sie sind automatisch in Copilot Studio verfügbar und laufen dort ohne Unterbrechung weiter. Eine aktive Migration ist technisch nicht notwendig, weil Microsoft die Überführung im Hintergrund bereits durchgeführt hat.

Allerdings solltest du mittelfristig prüfen, ob deine Bots von den neuen Copilot-Studio-Funktionen profitieren könnten. Ältere, rein regelbasierte Bots arbeiten weiterhin zuverlässig, nutzen aber nicht die generativen KI-Fähigkeiten der Plattform. Wer zum Beispiel bisher viele einzelne Topics für häufige Fragen gepflegt hat, kann diese durch generative Antworten aus einer Wissensdatenbank ersetzen und so den Wartungsaufwand deutlich senken.

Konkret empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  1. Bestehende Bots in Copilot Studio öffnen und auf Funktionsfähigkeit prüfen
  2. Identifizieren, welche Topics durch generative Antworten ersetzt werden könnten
  3. Schrittweise neue Funktionen ergänzen, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen
  4. Langfristig auf das neue Agentenmodell umstellen, um von zukünftigen Plattformupdates zu profitieren

Für wen lohnt sich der Umstieg auf Copilot Studio besonders?

Der Umstieg auf Copilot Studio lohnt sich besonders für Unternehmen, die bisher viel manuelle Pflege in ihre Chatbots investiert haben oder die ihre internen Wissensdatenbanken endlich dialogfähig machen möchten. Auch Organisationen mit Frontline Workern profitieren, weil Copilot Studio Agenten direkt in Microsoft Teams bereitstellen kann, ohne zusätzliche Apps.

Besonders relevant ist der Umstieg für folgende Szenarien:

  • Interner IT-Support: Agenten, die häufige Anfragen aus der IT-Wissensdatenbank beantworten und Tickets anlegen
  • HR-Self-Service: Mitarbeitende können Urlaubsregelungen, Richtlinien oder Onboarding-Informationen direkt per Chat abrufen
  • Kundenkommunikation: Agenten, die auf Produktdaten oder FAQs zugreifen und Anfragen vorqualifizieren
  • Prozessautomatisierung: Bots, die über Power Automate direkt in Geschäftsprozesse eingreifen

Für Unternehmen, die bereits Microsoft 365 nutzen und Microsoft Copilot einführen möchten, ist Copilot Studio der logische nächste Schritt: Die Plattform erlaubt es, Copilot mit unternehmenseigenem Wissen zu erweitern und auf spezifische Prozesse zuzuschneiden.

Wie unterscheiden sich die Lizenzmodelle von Copilot Studio und Power Virtual Agents?

Das Lizenzmodell von Copilot Studio unterscheidet sich grundlegend von Power Virtual Agents: Statt einer nutzerbasierten Lizenz setzt Microsoft auf ein nachrichtenbasiertes Modell, ergänzt durch eine neue kapazitätsbasierte Option. Für viele Unternehmen bedeutet das mehr Flexibilität, aber auch eine andere Kostenplanung.

Im Überblick sehen die aktuellen Lizenzoptionen so aus:

  • Copilot Studio Messaging Capacity: Abrechnung nach Anzahl der Nachrichten, die Nutzende mit dem Agenten austauschen. Geeignet für Szenarien mit vorhersehbarem Gesprächsvolumen.
  • Copilot Studio Capacity: Ein kapazitätsbasiertes Modell für Unternehmen mit höherem oder variablem Nutzungsvolumen.
  • Microsoft-365-Lizenz für den Agent Builder: Der einfache Copilot Studio Agent Builder, mit dem sich Declarative Agents erstellen lassen, ist über Copilot Chat zugänglich und mit einer Microsoft-365-Plattformlizenz nutzbar. Für erweiterte Wissensquellen wie SharePoint, E-Mails oder Teams-Chats ist jedoch eine kostenpflichtige Microsoft-365-Copilot-Lizenz erforderlich.

Im Vergleich zu Power Virtual Agents, das ebenfalls nachrichtenbasiert abgerechnet wurde, bietet Copilot Studio mehr Abstufungen und ist besser auf unterschiedliche Unternehmensgrößen und Nutzungsszenarien zugeschnitten. Wer bisher eine Power Virtual Agents-Lizenz hatte, sollte prüfen, ob die bestehende Lizenz automatisch auf Copilot Studio umgestellt wurde oder ob ein separater Lizenzvertrag notwendig ist.

Communardo Smart Work unterstützt dich dabei, die richtige Strategie für den Einsatz von Copilot Studio in deiner Organisation zu entwickeln. Das Angebot reicht vom initialen Readiness Check über die Konzeption passender Agenten-Szenarien bis hin zur technischen Umsetzung und dem laufenden Betrieb. Konkret bedeutet das:

  • Analyse bestehender Power Virtual Agents-Bots und Empfehlung zur Weiterentwicklung
  • Identifikation geeigneter Use Cases für KI-Agenten in deiner Organisation
  • Technische Implementierung und Integration in das Microsoft-Ökosystem
  • Schulungen und Enablement für dein Team
  • Governance-Beratung zu Lizenzierung, Datenzugriff und Freigabeprozessen

Melde dich gerne über die Kontaktseite, um gemeinsam den nächsten Schritt zu planen.

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